Der letzte Tag auf der Uni und gleichzeitig der letzte Tag in Aberdeen vor den Weihnachtsferien hatte es ordentlich in sich. Wie jeden Freitag hieß es um sieben aufstehen, weil um neun das Literaturseminar stattfindet. An diesem Tag hatten wir allerdings nur eine Stunde Unterricht. Die zweite Stunde haben wir uns mit der anderen Seminargruppe des Kurses getroffen um eine kleine Weihnachtsfeier abzuhalten. Die Professoren haben uns bereits vorher daran erinnert, doch bitte was zu Essen oder zu Trinken mitzunehmen. Ich hab also Lebkuchenmännchen mitgebracht, weil ich mir nicht sicher war, ob die vor haben, am Freitag um neun in der Früh auf der Universität Alkhol zu konsumieren.
Meine Sorgen waren aber absolut unberechtigt, wir sind hier schließlich in Schottland. Mein Professor hatte acht riesige Flaschen Sekt mit, hat jeden mit einem Glas versorgt und sich große Mühe gegeben, ständig um den Tisch rumzurennen um jedem nachzuschenken, der auch nur runtergetrunken hat. Die Kollegin gegenüber von mir hatte Glühwein mit, ihr Sitznachbar eine Flasche Whiskey. Untermalt wurde das Ganze von witzigen Youtube-Videos. Nach der einen Stunde, die wir zur Verfügung hatte, waren jedenfalls alle Flaschen, inklusive dem Whiskey leer und ich hatte um 11 Uhr Vormittag einen ziemlichen sitzen. Das hat mich beeindruckt und auch ein bisschen beunruhigt, weil ich hatte an diesem Tag noch viel vor: Sachen packen, Zimmer putzen, Schnitzel machen. Vorerst war mir aber erstmal schwindelig, aber ich war in bester Laune und ein bisschen euphorisch. Getan was notwendig war, hab ich trotzdem bis zum späten Nachmittag nicht.
Am Abend haben sich dann ein paar Leute in unserer Wohnung getroffen, weil Klemens, Steffi (zwei andere ÖsterreiccherInnen) und ich, vorhatten, für meine englischen Mitbewohnerinnen Schnitzel zu machen, weil die kennen das nicht. Dazu hab ich es auch noch geschafft, einen österreichischen (wahrscheinlich aber französischen) Schokopudding zu machen. Wir hatten noch einen enorm lustigen, wenn auch langen Abend. Zur musikalischen Untermalung haben wir im Internet einen österreichischen Radiosender aufgetrieben, der tatsächlich durchgehend nur entsetzliche österreichische Volkslierder gespielt hat - Radio Salzachtal. Sehr zu empfehlen, wenn sie auch IHRE Weihnachtsfeier zur Qual machen wollen! Um Mitternacht sind wir raus in den frisch gefallenen Schnee (ja, es hat tatsächlich ziemlich viel geschneit) um Sekt zu trinken, wie zu Silvester.
Am nächsten Tag um 6 musste ich aufstehn. Das ist mir etwas...schwer gefallen. Der Flug war ein bisschen wie die Träume, die man so im Halbschlaf hat bevor man wirklich wegdämmert ^^
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