und zwar fast alles! Am Montag war ich bei einem Erasmus-Infotreffen und hab mich über Sachen informiert, die ich eh schon weiß. Dann hab ich mich sogar bei einem Arzt regisitrieren lassen, weil das muss man in Großbritannien machen, sonst bekommt man nicht so leicht einen Termin wenn man Schweinegrippe oder Skorbut oder so hat, haben sie mir erklärt. Eigentlich hätte ich mich ja nicht registriert, das Krankenpersonal war nur die Woche am Campus in einer netten mittelalterlichen Halle versammelt und hat die Daten von allen Leuten aufgenommen. Nachdem wir da zufällig vorbeigehatscht sind, haben wir das eben auch gleich gemacht. Die gleiche Idee hatten leider auch hunderttausend andere neu-Zugezogene, also hieß es wieder mal queuing. Es ist wirklich faszinierend, wie geduldig und selbstverständlich sich die Leute in diesem Land in einer Tour stundenlang hinten anstellen. Nur in Japan ist mir das stärker aufgefallen. In Österreich hätten sicher alle nach zwei Minuten angefangen, leise vor sich hin zu schimpfen und schließlich "zweeeite Kassa bitte" gebrüllt, geschubst, gedrängelt oder geflucht. Ehrlich gesagt war ich aber selber schon mal versucht, genau das zu tun, als ich mein Internet gscheit einstellen lassen wollte nämlich. Die Leute waren so gestresst, dass sie scheinbar aus Versehen alle drangenommen haben, die vor mir da waren, einfach weil ich ein bissl außerhalb gestanden bin. Anyway, das hab ich erledigt.
Heute hatten wir übrigens unseren Einstufungstest fürs English Department. Der hat mich ein bissl nervös gemacht, weil ich gewusst habe, dass wir ein Gedicht interpretieren müssen. Ohne alles, practical criticism halt. Vor dieser Tatsache haben sich aber scheinbar alle gefürchtet, weil so gut wie niemand in seiner Freizeit die ganze Zeit Gedichte interpretiert bzw gar liest. Ich mach das zwar ab und zu, aber auch nur ein paar Mal im Jahr, nur wenn ich verliebt oder deprimiert bin und dann interpretiere ich sie aber nicht. Um dem Ganzen also ein bisschen vorbereiteter entgegentreten zu können, haben wir eine Art Lerngruppe gegründet. Wir haben uns sogar Gedichte als Hausübung aufgegeben zum Interpretieren. Gekommen ist dann irgendwas mit einem Haufen Schotten in einem Boot in Kanada, die an die alte Heimat zurückdenken und an Clans und Helden und Schwerter, etc. (es hatte wunderschöne Pronomen) Die Schottische Literatur setzt sich scheinbar hauptsächlich mit sowas auseinander, genau wie die österreichische mit Cordoba. Aber jetzt isses vorbei und ich hoffe ich hab bestanden, sonst kann ich keine gscheiten Kurse machen und muss das Erasmus-Stipendium zurückzahlen.
Nach dem Test waren wir bei der Societies-Fayre. Das ist so eine Art Messe, bei der sich alle Student Societies vorstellen. In Aberdeen gibts eine Student Society für alles uns jeden. Sogar eine für Whiskey oder angehende Chirurgen, wobei ich finde, dass man die beiden Themen auch sehr schön miteinander verbinden hätte können, dann wär ich auch beigetreten. Ich bin stattdessen der English Society beigetreten, weil man dort vielleicht Einheimische trifft und der International Society, weil die angeblich immer Ausflüge veranstalten. Bei der Nippon Society werd ich auch vorbeischaun, vielleicht finde ich dort Language Buddys. Nachdem es für Anime und Manga eine eigene Society gibt, muss ich vermutlich auch nicht befürchten, dass dort alle die ganze Zeit über Sailor Moon reden.
Die Leute von der UniBox haben sich übrigens entschlossen, meine Bettwäsche gar nicht zu liefern. Stattdessen überweisen sie das Geld zurück, oh wie schön. Also hab ich mir heute im Laden Bettzeug gekauft, das eh viel billiger war als die UniBox. An alle meine Nachfolger: Beware vor dem Glumpat! Leider war nur noch eine einzige Single Bettwäsche da und die war zartrosa mit Blumen drauf. Das passt nicht ganz zum abgebrühten Bier-und-Bartstoppel-Ambiente meines Zimmers und schon gar nicht zu dem Poster, das ich letztens gekauft habe. Jedenfalls schauts hier jetzt etwas eigenartig aus. Beim Blick auf das Bett bekommt man einen Zuckerschock, der Rest ist vollgeräumt mit leeren Mineralwasserflaschen und Flugblättern und an der Wand hängt ein Kunstdruck von Hokusai. Naja, dann lass ich halt einfach niemals niemanden rein und setze mir eine Sonnenbrille auf, wenn ich mit dem Gesicht zum Bett sitze, um nicht geblended zu werden.
Ein UK-Handy hab ich jetzt auch. Es ist billig, winzig und kann nix, dafür telefoniere ich enorm billig ins Ausland, in Großbritannien aber ein bissl teuer. Strange...
Fotos gibts immer noch keine, weil ich mir zwar heute um 17 Pfund ein Datenkabel gekauft habe, aber es ist das falsche. Da hätt ich draufkommen sollen, bevor ichs ausgepackt habe. Deswegen sollte ich mir schnellstens ein Elektrogerät kaufen, auf das das Kabel passt, damit es nicht mehr so weh tut. Eine Mikrowelle vielleicht? Dann kann ich Fettpartikel zwischen Computer und Mikro hin und her tauschen. Mein Computer schaut eh etwas dürr aus.
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